Einfach loslassen

In spirituellen Ratgebern heißt es ja oft, man muss loslassen.

Für mich ist der Ausdruck „loslassen müssen“ ja eigentlich schon ein Widerspruch in sich selbst. Denn „loslassen“ klingt nach Freiheit, „müssen“ dagegen nach Zwang. Aber okay, ich will keine Wortklauberei betreiben, man könnte das Ganze  ja auch als „loslassen können“ oder „loslassen dürfen“ bezeichnen.

Jedenfalls hat mich das mit dem Loslassen so sehr innerlich angesprochen, dass ich viel darüber nachdachte. Was ist denn eigentlich damit gemeint, fragte ich mich immer wieder.

Was soll oder darf ich denn loslassen.

Mein Ego? Schon klar, nur wie geht das genau?

Meine Wünsche, nachdem ich sie ans Universum abgeschickt habe? Leicht gesagt.

Gedanken und Überzeugungen, die mich blockieren? Nur welche sind das genau?

Oder soll ich vielleicht ganz konkrete Dinge in meinem Leben loslassen?

Gegenstände, die ich nicht mehr brauche? Schon das fällt oft schwer.

Tätigkeiten, Gewohnheiten, Kontakte, die sich nicht mehr gut anfühlen?  Schon, aber…

Oder soll ich am besten gleich mein komplettes bisheriges Leben loslassen?

Nur, was  dann?

Wie gesagt, diese Fragen bereiteten mir oft Kopfzerbrechen.

Bis sich letztens meine „innere Stimme“, die mir schon manchen guten Rat gegeben hat, einmischte: „Denk nicht soviel über das Loslassen nach, tue es einfach“, forderte sie mich auf. „Ja super, und wie mach ich das?“, fragte ich leicht aufmüpfig. „Affirmiere es erst mal“, lautete die innere Antwort.

Also widmete ich mich bei meiner nächsten meditativen Entspannung dem Loslassen. „Ich lasse los! Ich lasse los! Ich lasse los!“, affirmierte ich im Atemtakt. Immer und immer wieder.

Ich muss sagen, es fühlte sich bei jedem Atemzug besser an. Bald fühlte ich mich total leicht und frei und gelöst. Klar, ich hatte schon mal meine Sorgen ums „Loslassen“ losgelassen.

Und den Rest, den es noch loszulassen gilt? Ach, alles easy, das werde ich auch noch schaffen.

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4 Gedanken zu „Einfach loslassen

  1. hi 🙂
    wollte jetzt auch endlich mal schreiben.
    schöner text und gut auf den punkt getroffen –> wenn ich mir sage „ich kann/darf loslassen“ habe ich sofort ein gutes gefühl, bei „ich muss loslassen“ fühle ich mich gestresst und unter druck. es gibt schon viel zu viele regeln und pflichten, da sollte man hieraus nicht noch künstlichen zwang produzieren.

    wegen dem „was darf man loslassen“: vielleicht bei allem, dass einem schadet oder ein ungutes gefühl macht – egal ob menschen, situationen, gewohnheiten oder auch selbstgemachte gefühle – bei allem kann und darf man endlich loslassen. man muss aber nicht, warum sollte man z.B. etwas loslassen, wenn man glücklich ist. das sprichwort „man soll aufhören, wenns am schönsten ist“ fand ich z.B. schon immer schrecklich, schließlich will man doch gerade dann weiter machen und eben nicht „loslassen“ oder aufhören. deswegen kann man jeden tag neu in sich hinein hören, wie es einem geht, wachsam sein und offen für neues – dann lässt man altes, schädliches wahrscheinlich ganz von alleine los und zieht neues positives an
    .
    aber was eigentlich genau wäre dann „loslassen“. wie fühlt es sich an, was passiert dabei? dass ich mir keine gedanken mehr über betimmte sachen mache? dass mich etwas für mich oder mit anderen geklärt habe? dass ich etwas vergesse? loslassen sollte z.b. nicht verdrängen oder weglaufen sein. viel mehr sich mit etwas auseinandersetzen, aktzeptieren, evtl. konsequenzen ziehen, alternativen finden – und mit der neuen situation glücklich sein. bestimmt gibt es noch viele weitere beispiele…

    so, hoffe das war jetzt nicht zuviel text. meld mich demnächst mal wieder.
    bis bald

  2. Kann ich nur unterstreichen, was du schreibst Susanne, loslassen sollte nicht verdrängen oder weglaufen sein. Sondern in sich hineinhören und Dinge ändern oder glücklich sein.
    Für mich hat Loslassen auch was damit zu tun, dass ich nicht alles so wichtig nehme. Wenn ich das Leben leicht nehme, wirds auch leicht.

  3. Das stimmt Marie, loslassen kann auch sein, vieles bzw. „schein-wichtige“ Dinge nicht so Ernst zu nehmen und alles entspannter, mit einer gewissen Distanz zu sehen.

    Das fällt zwar oft nicht leicht, wenn man in seinem Alltagstrott festgefahren ist, aber es hilft schon sehr, sich immer wieder daran zu erinnern und das loslassen zu „üben“. Gerade wenn man im Stress ist oder das Gefühl hat, sich im Kreis zu drehen oder sich in Grübeleien verstrickt, die zu keinem Ausweg führen – man braucht nicht immer und sofort eine Lösung, viel mehr hilft es einem oft, loszulassen, wieder zu sich selbst zu finden und vor allem mit sich selbst ins Reine zu kommen. Wenn man sich gut fühlt und negative Gedanken nicht mehr das Denken blockieren, dann kommen die Lösungen ganz von selbst.

    Auch wenn ich auf dieser Seite hier schmökere, ist das für mich eine gewisse Art loszulassen. Weil ich dabei abschalten und viele Sachen aus einem anderen/neuen Blickwinkel betrachten kann. Das tut einfach gut, gibt Anregungen und entspannt und ich finde es schön, immer wieder etwas neues zu lesen und mir von jedem ein Stück für mich mit zu nehmen.

    Machs gut & bis bald 🙂

  4. Klasse Text. Ich wusste auch nie so genau, was genau damit gemeint ist.

    Die Affirmation hab ich gleich mal in meine tägliche Liste mit übernommen.

    Übrigens haben wir die gleichen Zukunftsvisionen 🙂

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