Schritt für Schritt zum Happy End

Es ist eine Angewohnheit von mir, in einem Roman zuerst den Schluss zu lesen. Wie oft wollte ich mir das verkneifen, doch es funktionierte nicht. Sobald ich mich etwas in das Geschehen eingelesen habe, sobald ich weiß, worum es geht, sobald ich die Hauptpersonen kenne und liebgewonnen habe, kann ich meine Neugier nicht bezähmen:  Ich klappe das Buch von hinten auf und lese, wer dann noch dabei ist, wie sich die Story auflöst, wer wen bekommt… Erst dann kann ich entspannt weiterlesen, kann meine Romanfiguren auf ihren Irrungen und Wirrungen begleiten und weiß, dass trotz aller Dramen am Ende alles gut ausgeht.

Ist es nicht bei den universellen Gesetzen ähnlich? Wir wünschen uns etwas für unser persönliches Leben oder auch für die ganze Welt. Wir legen sozusagen das Happy End schon einmal fest. Und dann verfolgen und beobachten wir gespannt, was alles passiert, und wie dumm wir uns manchmal verhalten, bis sich endlich, endlich nach vielen Dramen alles in Wohlgefallen auflöst.

Seit ich das begriffen habe, bin ich entspannt. Ich habe mein eigenes Ziel für diese Folge des Romans des Lebens formuliert. Vermutlich hat mir auch das Leben dabei geholfen, dieses Ziel überhaupt zu erkennen. Denn manchmal denke ich, dass unsere Wünsche und Sehnsüchte nur ein Zukunftsblick auf das sind, was das Leben uns bieten kann, wenn wir bereit sind, es anzunehmen.

Also wie gesagt, ich habe meine Ziele formuliert. Für mich persönlich und für alle. Und ich habe im Roman meines Lebens „gelesen“, dass all das am Ende dieser ersten Romanfolge Realität sein wird. Also brauche ich mich nicht mehr ganz so sehr verstricken in all das Chaos, das wir uns gegenseitig bieten. Ich kenne das Happy-End und mit diesem Wissen genieße ich die Spannung. Und frage mich manchmal kopfschüttelnd: Wie dumm werden wir uns, wie dumm wird sich die Menschheit noch anstellen, was wird noch alles passieren, bis sich endlich unsere Dramen lösen?

Und genau wie ich meinen Romanfiguren manchmal fragen möchte: „Wie kann man nur so blind sein und das Offensichtliche ignorieren?“, genauso frage ich das manchmal auch die Menschheit, mich selbst und alle Personen, die sich immer noch in Dramen verstricken, statt zu wissen, was Sache ist.  Und Sache ist, dass am Ende die Liebe siegt. Genauso wie sich Romanheld und -heldin am Ende der Geschichte ewige Liebe schwören, genauso werden wir Menschen das tun.

Als „Leser“, der das Happy End schon kennt, kann ich mich also entspannt zurücklehnen und mal kopfschüttelnd mal lächelnd mitverfolgen, was der „Autor“ der Geschichte unseres Lebens noch alles an Spannung zu bieten hat, bis sich die Liebe durchsetzt. Und bis wir endlich das Happy End der ersten Folge genießen können. Was die nächste Folge dann bringt, steht ohnehin wieder in einem ganz anderen Buch. Aber auch da werde ich vermutlich zuerst den Schluss  „lesen“ bzw. gestalten und dann zusehen, wie sich alles dahin entwickelt.  Ich bin nun mal ein Fan von Happy Ends. 🙂

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siehe dazu auch:

https://wirklichkeitsvisionen.wordpress.com/2011/02/28/ziele-des-lebens/

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