Lieben statt leiden

Heute ist Karfreitag, der Tag an dem wir alljährlich an die Leidensgeschichte Jesu Christ erinnert werden. Diese Leidensgeschichte hat bei mir schon immer jede Menge innerer Fragezeichen ausgelöst. Vor allem die „Verherrlichung“ dieses „Opfers für die Menschheit“  wollte und will mir nicht einleuchten…

Dass ein Mann, der als personifizierte Liebe auf Erden kam und diese Liebe auch lehrte und lebte, dann freiwillig den Weg des Leidens und sich Opferns gewählt hat, passt für mich nicht zusammen. Wozu hätte das denn gut sein sollen, wenn eine derartige „Lichtgestalt“ sich foltern und töten lässt? Um die Menschheit von ihren Sünden zu erlösen, wie es uns oft gesagt wird?

Sorry, das verstehe ich nicht. Gerade mit diesem Sich-Kreuzigen-Lassen hätte er der Welt doch noch mehr Sünde aufgeladen, denn wenn einer die Rolle des Opfers übernehmen „will“, müssen andere eben die Rolle der Täter übernehmen. Eine Schuld, die uns „bösen“ Menschen damit heute noch aufgedrückt wird.

Nein, ich glaube nicht an diese Version der Geschichte. Inzwischen habe ich Bücher gelesen, die die Umstände von Jesu Kreuzigung auch anders darstellen. Oder diese sogar gänzlich verneinen. Ich bin froh, dass ich solche Quellen gefunden und gelesen habe, denn das dort Geschriebene fühlt sich für mich stimmiger an. Wenn es auch hierbei noch widersprüchliche Aussagen gibt.

Ob und wie sich die Geschichte damals zugetragen hat, weiß ich natürlich nach wie vor nicht. Ich bin aber überzeugt:  Würde Jesus heute leben, dann würde er nicht als leidendes sondern als liebendes Beispiel vorangehen. Er würde sich nicht für Leiden und Tod, sondern für Leben und Liebe entscheiden. Und damit würde er den Menschen endlich erlauben, dasselbe zu tun.

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8 Gedanken zu „Lieben statt leiden

  1. Liebe Johanna,

    mir ergeht es ähnlich, wie Irene Tara und Dir, daß ich grad dieser Tage immer wieder mit der Geschichte von Jesus Sananda konfrontiert werde. Welches ist die wahre Geschichte. Ich hab mich nie so darum gekümmert, was die Kirche im einzelnen sagt, ich kannte halt nur die sogenannte „Leidensgeschichte“. Aber dies hat mir Jesus immer weit entfernt. Das wußte ich aber gar nicht, das ging so schleichend. Aber da ich Jesus immer sehr geliebt habe, kam dieses Gefühl natürlich auch immer wieder durch. Und das paßte nun nicht zusammen.

    Ich habe nun auch Bücher gelesen, die die Geschichte anders darstellen als die Bibel. Und da paßte es dann viel besser für mich. Aber was ich grad aktuell feststelle, daß ich irgendwie gar nix mehr davon hören oder lesen mag. Was so im Netz steht oder in Büchern. Irgendwie fühl ich mich von der Kirche doch ziemlich verschaukelt, auch wenn ich schon lange in keiner Kirche mehr bin. Aber das wirkt immer noch nach. Und ich darf da wohl jetzt an der Liebe und dem Vertrauen arbeiten.

    Eine gute Zeit und alles Liebe von Kirstin

  2. Liebe Kirstin, vielen herzlichen Dank für deine ausführlichen Antworten, hier und überhaupt…
    Und weißt du, mir gehts bei manchen Themen ganz ähnlich wie dir bei diesem hier: ich kann es einfach nicht mehr hören oder lesen!
    Nehmen wir uns doch die Freiheit, nur noch das zu hören und zu lesen, was wir wollen. 🙂

    ich wünsche dir und mir und uns allen ein wunderschönes, sonniges Osterwochenende.

    Liebe Grüße
    Johanna

  3. Danke schön. Aber der Natur wünsch ich endlich Regen – viel viel Regen. Und wenns der Natur gut geht, dann gehts mir auch gut.

    Alles Liebe von Kirstin

  4. Ja Kirstin, da hast du natürlich Recht, manchmal bin ich immer noch zu unbedacht mit meinen Gedanken und Wünschen.
    Deinem Wunsch nach Regen schließe ich mich natürlich an.
    Herrlicher, sanfter, gleichmäßiger Regen, bis die Natur endlich ihren Durst gestillt hat…

  5. Liebe Johanna,

    oh ja, tatsächlich haben wir das gleiche Thema.
    Nur: Niemand, der so bayrisch, traditionalistisch und katholi(zisti)sch aufgewachsen und erzogen worden ist wie ich (und die vielen anderen), kann es auch nur AHNEN, wie tief diese Glaubensmuster über Jesu Leiden und Sterben in uns verwurzelt sind. Es ist schier unglaublich. Noch heute(!) stelle ich fest, dass in einer ganz kleinen verborgenen Ecke in meiner Seele eine Frage steht, die lautet: „Bist du dir wirklich sicher, dass du dich nicht versündigst??“

    Ja, seit 2000 Jahren halten sich diese Geschichten und haben soviel Leid (statt Liebe) über die Menschen gebracht. Die Kreuzzüge, die Hexenverbrennungen, Söhne (!) von Päpsten, die selbst wieder Päpste wurden (einmal war sogar eine Frau !!! dabei), die Zwangs-Missionierungen bis hin zu den Ungeheuerlichkeiten der Kinderschändung in jüngster Zeit . . . .
    Da bleibt einem doch die Spucke weg . . .(ich muß ich mal so schnodderig ausdrücken).
    Und TROTZDEM: diese Stimme, die mich fragt, ob nicht doch das Neue jetzt, was über Jesus berichtet wird, das Falsche ist, läßt sich irgendwie nicht zum Schweigen bringen – es ist zum Ko…en!
    Ich werde meine Glaubensmuster-Medis weiter machen und mal sehen . . .
    Irgendwie kann ich Kirstin verstehen, dass sie nichts mehr darüber hören und lesen will ….
    Überhaupt möchte ich mehr TUN anstatt immer noch mehr zu lesen .. . .
    So, jetzt bin ich nochmal was losgeworden – welch eine Erleichterung!

    Dir, liebe Johanna, wünsch ich noch schöne „Feiertage“ in dem Sinne, dass Du sie so begehst, wie es für Dich stimmig ist ! :=)

    Ich freu mich, dass es Dich gibt – Deine Beiträge haben einen ganz bestimmten Stil, der wunderbar die anderen ergänzt.

    Alles Liebe von
    Irene

  6. Ach, Ihr beide seid doch klasse, Johanna und Irene. Schön, daß es uns gibt. Aber wißt Ihr was? Mit den ganzen Geschichten will ich im Moment nix zu tun haben, mit Euch aber schon. Und ich glaub, irgendwann werd ich mich auch intensiver noch damit beschäftigen. Aber im Moment will ich glaub ich auch tun, wie Irene schreibt. Und ich glaub weiter, das ist ganz im Sinne von Jesus.

    Umärmelungen an Euch beide von Kirstin

  7. Liebe Johanna,
    ich lese seit vielen Wochen mit Begeisterung Deinen Blog und bei vielem habe ich das Gefühl, daß ich das auch geschrieben haben könnte. So nah sind mir Deine Zeilen, so vertraut. Ich würde Dich sehr gerne einmal kennen lernen und mich persönlich mit Dir austauschen. Das wäre sehr schön !
    Ich wünsche Dir schöne Osterfeiertage und schicke Dir liebe Grüße Regine

  8. Danke für eure Kommentare!
    Schön, auch hier von dir zu lesen, liebe Irene 🙂
    Danke Kirstin, deine Comments sind immer so schön herzerfrischend 😉

    Deine Begeisterung freut mich sehr, liebe Regine, warum mailst du mich nicht mal direkt an 🙂

    Euch allen frohe Ostern!

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