Spirituelle Krisen erkennen und meistern

Spirituelle Krisen als Weg in ein neues Bewusstsein – das ist u.a. auch Thema des Buches Die Psychologie der Zukunft: Erfahrungen der modernen Bewusstseinsforschung von Stanislav Grof. Der Autor benennt verschiedene Formen der spirituellen Krise – vom Erwachen der Kundalini, über außersinnliche Wahrnehmungen bis hin zu Zuständen von Besessenheit oder Sucht – und verweist auf ihr im Endeffekt heilendes Potential. Zwar können die persönliche „Krisen“ auf dem Weg zum neuen Bewusstsein herausfordernd sein und von den Mitmenschen oft nicht verstanden werden. Aber wer sie meistert, so der Autor,  gelangt zu besserer Gesundheit, besserer Gestaltungskraft seines Lebens, mehr Toleranz, mehr Ethik und mehr Verantwortung für die Natur und unsere Welt. 

Stanislaf Grof: Die Psychologie der Zukunft

Stanislaf Grof beschreibt in seinem Buch „die Psychologie der Zukunft“ unter anderem verschiedene spirituelle Krisen und ihre Bedeutung


Zu den häufigsten spirituellen Erfahrungen, die zeitweise auch krisenhaft verlaufen kann, gehört das Erwachen der Kundalini. Die Kundalini oder „Schlangenkraft“ gilt laut alten östlichen Lehren als die schöpferische Energie, eine weibliche Energie, die für die Erschaffung des Kosmos verantwortlich sei.

Solange die Kundalini „schläft“, ruht sie am unteren Ende der Wirbelsäule im energetischen Körper, auch Aura genannt, der unseren materiellen Körper umhüllt. Diese schöpferische Kundalini kann spontan erwachen – und dies ist wohl  in der heutigen Zeit bei vielen Menschen der Fall – sie kann aber auch mit Hilfe von speziellen Meditationen oder anderen Bewusstseinstechniken gezielt aktiviert werden.

Wichtig dabei ist möglichst viel Rückzug von Alltagsaktivitäten oder Ablenkungen wie Fernsehen usw.. Das Erwachen der Kundalini ist ein Prozess, der einfach sehr viel Hingabe und Vertrauen erfordert.

Die Kundalini verleiht uns Schöpferkraft

Ist die Kundalini-Energie spontan erwacht oder wurde sie erweckt, steigt sie durch die Energiekanäle im Körper empor, öffnet die Energiezentren (=Chakren), indem sie alle archaischen Prägungen und Konflikte klärt, um ein harmonisches Schwingen der schöpferischen Lebensenergie zu ermöglichen. Wenn dann das Herzchakra vollständig aktiviert ist, so heißt es in indischen Lehren, dann könne der Mensch bewusst mit der Kraft seines Bewusstseins erschaffen, wenn das Halschakra vollständig aktiv ist, sei man unsterblich.

So ist das Erwachen der Kundalini in der östlichen Welt ein hoch willkommener Prozess, der als segensreich empfunden wird, und dem sich die Menschen bewusst hingeben sollen und dürfen. In unserer westlich geprägten Denkweise dagegen wird dieser Vorgang weder verstanden noch unterstützt. Im Gegenteil, er wird nicht selten – vor allem wenn er mit starken emotionalen Klärungsprozessen einhergeht – als psychische Krankheit fehlgedeutet und möglicherweise mit Medikamenten unterdrückt.

Kundalini-Krisen zulassen

Mögliche Kundalini-Krisen sind intensive Empfindungen entlang der Wirbelsäule (Hitze, Kribbeln usw.). Im emotionalen Bereich tauchen Wellen von sehr intensiven Gefühlen auf, die die gesamte Gefühlspalette umfassen: Von Angst, Traurigkeit, Wut, bis hin zu größtem Glücksgefühl. Möglicherweise werden diese Gefühle dadurch ausgelöst, weil plötzlich spontan Erinnerungen an frühere Leben und die damit verbundenen heftigen Emotionen ins Bewusstsein gelangen. Dieser Prozess dient zwar der Klärung, aber wenn er nicht als solcher erkannt wird, kann er beim Betroffenen und seiner Umwelt auch Unverständnis und Ablehnung hervorrufen.

Ich kenne diesen Prozess ziemlich genau aus eigener Erfahrung, und ich war dankbar, dass ich gleichzeitig auch immer die nötigen Informationen darüber fand, um besser damit umgehen zu können. Mit diesem Beitrag will ich allen anderen Menschen, die gerade auch den Kundalini-Prozess erleben, Mut machen. Je mehr die Psyche sich durch bereitwilliges Fühlen dieser Emotionen klärt, desto leichter und glücklicher fühlt man sich.

Besessenheit besiegen

Als eine weit dramatischere Form einer spirituellen Krise beschreibt der Autor Stanislav Grof gewisse Zustände von Besessenheit. Betroffene fühlen sich dann einer äußeren Macht ausgeliefert, so beschreibt er es, sie fühlen sich von dieser Macht kontrolliert und schikaniert. Sie erleben diese Macht als etwas, das ihnen nicht wohlgesonnen ist, als eine dämonische Macht, die ihr ganzes Leben negativ beeinflusst und zerstört.

Dies kann zunächst nur ein subjektives Empfinden sein, selbst angenehme Lebensumstände werden dann als höllisch empfunden, es kann sich aber auch in tatsächlichen Ereignissen manifestieren. Ich kenne diese spirituelle Krise zum Glück nicht aus eigener Erfahrung, jedoch wurde ich durch einen Mitmenschen damit konfrontiert, bei dem dies augenscheinlich der Fall ist.

Diese Form der spirituellen Krise kann zu zerstörerischen und selbstzerstörerischem Verhalten führen, das Umfeld, selbst Psychotherapeuten reagieren oft mit Verurteilung, Abwehr und wenden sich von der Person ab.

Trotzdem ist laut Stanislav Grof auch so eine, als negativ erlebte, Krise der Türöffner zu einem erhöhten Bewusstsein, und zu tiefen spirituellen, heilenden Energien.

Wichtig ist aber, diese Krise zu meistern und die zerstörerischen Programme zu heilen. Der Autor beschreibt in seinem Buch einen dramatischen Ablauf und schließlich die Heilung einer solchen Besessenheits-Krise. Durch Visualisieren von weißem Licht – über Stunden hinweg – konnte er eine Patientin heilen, deren innere Dämonen dabei waren, ihr ganzes Leben mittels Drogensucht und krimineller Delikte zu zerstören

Dieses Beispiel hat mich tief bewegt und in mir den Wunsch erweckt, auch auf diese Weise heilen zu können. Möge das Universum diese Fähigkeit in mir stärken und mich darin unterstützen. Danke.

Weitere spirituelle Krisen

Ich habe diese beiden Beispiele beschrieben, weil sie mich am meisten berührt haben. Stanislav Grof beschreibt noch weitere Formen der spirituellen Krisen, und er plädiert dafür, die Betroffenen zu verstehen und ihnen, wenn nötig, durch geeignete Einrichtungen zu helfen, statt sie zu stigmamtisieren. In Amerika gibt es durch Grofs Initiativen zumindest schon einige solcher therapeutischer Einrichtungen. Möge dies auch bei uns entstehen. Mögen spirituelle Krisen endlich als solche erkannt und ihr heilendes Potential unterstützt statt unterdrückt werden. Danke.

Mit dem genannten Buch Die Psychologie der Zukunft: Erfahrungen der modernen Bewusstseinsforschung habe ich mich schon im vergangenen Jahr beschäftigt. Damals habe ich u.a. auch die Thesen des Autors beschrieben, der eigene Geburtsvorgang könne sehr traumatisierend auf das ganze Leben einwirken. Mehr dazu ist hier und hier zu lesen.

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