Mit den Eltern Frieden schließen

Wie ich hier schon schrieb, ist es sehr wichtig für unser Lebensglück, die Beziehung zu den Eltern und Vorfahren zu klären. Dies wird zum Beispiel bei Familienaufstellungen ermöglicht, kann aber auch in Eigenarbeit geleistet werden.  Dabei kann das Buch Wie Sie alte Wunden allein heilen und neue Kraft schöpfen: Familienaufstellung ohne Stellvertreter. Ein Selbsthilfebuch mit CD von Bertold Ulsamer wunderbar helfen. Dieses Buch ist ein wahres Geschenk für mich, ich habe es durchgearbeitet und fühle, dass es ungemein hilfreich ist. 


Und dies ist auch eines der wenigen Bücher, die ich aus vollstem Herzen weiterempfehlen kann. Es drückt einfühlsam, klar und mit einfachen Worten aus, wie wir unsere Beziehung zu den Eltern klären können. Dies können wir allein mit unserer Vorstellungskraft tun, indem wir innerlich mit unseren Eltern kommunizieren, wir können aber auch Fotos zu Hilfe nehmen oder mit Gegenständen bzw. kleinen Figuren die Begegnung durchspielen und dabei klären.

Denn wer hat sie nicht, die alten Geschichten aus der Kindheit, die Probleme mit der Herkunftsfamilie, die sich in die eigenen Familien und Beziehungen hinein auswirkt, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Diese alten Geschichten gilt es aus dem Unterbewusstsein zu holen und zu klären, um endlich die Beziehung zu den Eltern von der Eltern-Kind-Ebene auf eine erwachsene Ebene zu erheben.

 Kinder brauchen Fürsorge und Aufmerksamkeit

Generell ist eine unerwachsene Kind-Eltern-Beziehung geprägt von zwei Faktoren:

Einerseits von der Bedürftigkeit des Kindes. Das Kleine ist darauf angewiesen, von den Eltern Fürsorge und auch Zuwendung zu erhalten und tut deshalb alles, um dies zu bekommen. Je nach der Erfahrung, womit es mehr Zuwendung erhält, ist es dann entweder besonders lieb und angepasst oder aber auch besonders trotzig und provozierend. Denn auch negative Zuwendung ist für ein Kind immer noch besser, als gar nicht beachtet zu werden.

Auf der anderen Seite ist eine unerwachsene Eltern-Kind-Beziehung aber auch geprägt von der egozentrischen Einstellung des Kleinkindes, nach dem Motto: Ihr habt dafür zu sorgen, dass es mir gut geht, alles andere interessiert mich nicht. Für ein hilfloses Kind mag diese Einstellung notwendig sein, doch erfüllt wurde sie oft nicht immer, zumindest nicht in dem Maß, wie das Kind sich das gewünscht hätte. Denn auch die Eltern sind nur Menschen mit Fehlern, Schwächen und eigenen Problemen. 

Ungeklärte Eltern-Kind-Beziehungen können im Erwachsenenalter dann entweder als Scheinharmonie ohne wirkliche Bindung gelebt werden, oder man bricht vielleicht sogar den Kontakt mit den Eltern ab, zieht sich enttäuscht und frustriert zurück, fühlt sich ungeliebt und ungerecht behandelt.

Ungeklärte Eltern-Beziehungen machen unfrei

Die ganze Haltung gegenüber dem Leben spiegelt das (innere) Verhältnis zu den Eltern wieder, so die Erfahrung des Autors Bertold Ulsamer:

„Wer frustriert ist vom Leben, ist fast immer auch von den Eltern frustriert. Wer gierig ist und immer mehr vom Leben haben will, hat das gleiche unbefriedigte Gefühl gegenüber den Eltern. Wer zornig ist aufs Leben und es als ungerecht empfindet, ist noch wütend auf seine Eltern.

Und umgekehrt: Wer dankbar ist gegenüber seinen Eltern, schätzt das Leben.“,

so bringt er die Zusammenhänge auf den Punkt, und seine Aussage fühlt sich für mich einfach nur wahr und richtig an.

Und nicht selten werden die ungelösten Konflikte auch in die Partnerschaft hinein getragen. Der Partner soll dann das erfüllen, was die Eltern nicht erfüllt haben. Oder die Wut auf die Eltern wird auf den Partner projiziert.

 Ich bin der Meinung, nur wer als Mann seinen Vater und als Frau die Mutter achtet, kann auch sich selbst achten. Und nur wer den gegengeschlechtlichen Elternteil achtet und wertschätzt, kann auch seinen Partner/seine Partnerin achten und wertschätzen.

Innere Klärung kann das Leben verändern

All diese Zusammenhänge werden in dem Buch deutlich gemacht, und mit Hilfe einfacher Sätze geklärt. So können wir einerseits den Eltern in unserer Vorstellung noch einmal sagen, was uns verletzt hat, und im Geist deren Entschuldigung dafür entgegennehmen.

Wir können aber als Erwachsene auch mehr Verständnis für die Situation der Eltern haben, deren Stress, Überforderung oder eigene Beziehungsprobleme besser verstehen, also erkennen, dass sie auch Menschen mit Fehlern und Schwächen sein dürfen. Wir können vor allem verstehen, dass uns die Eltern das Leben geschenkt haben und dafür Dankbarkeit empfinden. Wir können aufhören, Lasten der Eltern mitzutragen, oder uns für ihr Schicksal verantwortlich zu fühlen.

Kurzum, wir können die Beziehung klären, unseren Eltern den ihnen gebührenden Platz in unserem Herzen einräumen und dann frei werden für unser eigenes Leben. Das muss sich dann nicht mehr zwischen Überanpassung oder Überablehnung der elterlichen Vorgaben bewegen. Nein, wir können dann endlich diese beiden Begrenzungen verlassen und wirklich das tun, was unserem Lebensplan entspricht.

Danke dass das Buch Wie Sie alte Wunden allein heilen und neue Kraft schöpfen: Familienaufstellung ohne Stellvertreter eine so wunderbare Hilfe zur Selbsthilfe bietet. Möge jeder darin die Lösung für seine inneren Probleme erkennen und beheben.

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Mit der Kindheit Frieden schließen von Ulrike Dahm

Mit der Kindheit Frieden schließen

Ein weiteres gutes Buch zum Thema ist auch dieses:

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4 Gedanken zu „Mit den Eltern Frieden schließen

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